Allgemein7 Min. Lesezeit28. Februar 2026

Zeckenzeit: So schützt du Hund und Katze vor Zecken

Zecken übertragen gefährliche Krankheiten wie Borreliose und FSME. Erfahre, welcher Zeckenschutz wirklich funktioniert und wie du Zecken richtig entfernst.

FF

FellFusion Redaktion

Geprüft von Tierexperten

Warum Zeckenschutz so wichtig ist

Zecken sind nicht nur lästig, sondern potenziell gefährlich. Sie übertragen Krankheiten wie Borreliose, Anaplasmose und Babesiose. Für Hunde sind diese Krankheiten besonders bedrohlich, da sie schwere Gelenkprobleme, Nierenversagen und Blutarmut verursachen können.

Wann sind Zecken aktiv?

Zecken werden ab etwa 7–8 Grad Außentemperatur aktiv. In milden Wintern kann das schon im Februar sein. Die Hauptsaison läuft von März bis Oktober, aber durch den Klimawandel gibt es immer häufiger auch im November und Dezember noch aktive Zecken. Ein ganzjähriger Schutz ist daher sinnvoll.

Zeckenschutz für Hunde

Spot-On-Präparate

Flüssigkeit wird in den Nacken getropft und verteilt sich über die Haut. Wirkt je nach Produkt 4 Wochen. Verschreibungspflichtige Präparate vom Tierarzt sind wirksamer als frei verkäufliche.

Zeckenhalsbänder

Halsbänder wie Seresto geben den Wirkstoff über Monate ab. Praktisch, da du nicht an monatliche Anwendung denken musst. Nicht für Haushalte mit Kleinkindern empfohlen.

Kautabletten

Tabletten wie Bravecto oder Simparica wirken von innen. Die Zecke muss zwar kurz beißen, stirbt aber ab, bevor sie Krankheitserreger übertragen kann. Wirkdauer je nach Produkt 1–3 Monate.

Natürliche Mittel

Kokosöl, Schwarzkümmelöl und Bernsteinketten haben keine nachgewiesene Wirksamkeit gegen Zecken. In Zeckengebieten solltest du dich nicht allein darauf verlassen.

Zeckenschutz für Katzen

Achtung: Permethrin, ein häufiger Wirkstoff in Hundeprodukten, ist für Katzen hochgiftig. Verwende ausschließlich Produkte, die für Katzen zugelassen sind.

Für Katzen eignen sich:

  • Spot-On-Präparate speziell für Katzen
  • Zeckenhalsbänder für Katzen (mit Sicherheitsverschluss)
  • Manche Kautabletten sind auch für Katzen zugelassen

Zecken richtig entfernen

So geht es

1. Zeckenzange, Zeckenkarte oder feine Pinzette verwenden

2. So nah wie möglich an der Haut ansetzen

3. Langsam und gleichmäßig gerade herausziehen

4. Nicht drehen, nicht quetschen

5. Stelle desinfizieren

6. Zecke abtöten (nicht in der Toilette — Zecken überleben das)

Was du NICHT tun solltest

  • Kein Öl, Nagellack oder Klebstoff auf die Zecke — das führt dazu, dass die Zecke ihren Mageninhalt in die Wunde erbricht
  • Nicht drehen — der Stechapparat hat kein Gewinde
  • Nicht quetschen — das drückt Erreger in die Wunde
  • Nicht warten — je schneller die Zecke entfernt wird, desto geringer das Infektionsrisiko

Nach dem Zeckenbiss

Beobachte die Bissstelle 2–3 Wochen lang. Bei Hunden: Achte auf Symptome wie Fieber, Appetitlosigkeit, Lahmheit oder geschwollene Gelenke. Bei diesen Anzeichen sofort zum Tierarzt.

Fazit

Zeckenschutz ist keine Kür, sondern Pflicht — besonders in FSME- und Borreliosgebieten. Sprich mit deinem Tierarzt über das beste Produkt für dein Tier und entferne gefundene Zecken sofort. Vorsorge ist immer besser als Nachsorge.

Häufige Fragen

Wann ist Zeckensaison?
Zecken sind bereits ab Temperaturen von 7–8 Grad aktiv. In milden Wintern kann das schon im Februar sein. Die Hauptsaison ist von März bis Oktober, aber ein ganzjähriger Schutz wird zunehmend empfohlen.
Kann ich Zeckenmittel für Hunde bei Katzen verwenden?
Nein, auf keinen Fall. Viele Zeckenmittel für Hunde enthalten Permethrin, das für Katzen hochgiftig und potenziell tödlich ist. Verwende immer nur Produkte, die explizit für Katzen zugelassen sind.
Wie entferne ich eine Zecke richtig?
Mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte möglichst hautnah greifen und langsam gerade herausziehen. Nicht drehen, nicht quetschen, kein Öl oder Klebstoff verwenden. Die Stelle anschließend desinfizieren.

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