Hund7 Min. Lesezeit20. Januar 2026

Hund bei Hitze: So schützt du deinen Vierbeiner im Sommer

Hunde können nicht schwitzen und überhitzen schnell. Erfahre, wie du deinen Hund bei Hitze schützt und einen Hitzschlag erkennst.

FF

FellFusion Redaktion

Geprüft von Tierexperten

Warum Hitze für Hunde gefährlich ist

Hunde können nicht wie Menschen am ganzen Körper schwitzen. Sie regulieren ihre Temperatur fast ausschließlich über Hecheln und über die Pfotenballen. Das macht sie anfällig für Überhitzung, besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit, wenn auch Hecheln kaum noch hilft.

Risikogruppen

Besonders gefährdet sind:

  • **Kurzschnäuzige Rassen** (Mops, Französische Bulldogge, Boxer): Ihre verkürzten Atemwege erschweren die Temperaturregulation
  • **Ältere und übergewichtige Hunde**: Das Herz-Kreislauf-System ist belastet
  • **Hunde mit dichtem Fell**: Husky, Berner Sennenhund, Neufundländer
  • **Welpen**: Können ihre Temperatur noch nicht gut regulieren
  • **Kranke Hunde**: Besonders bei Herz- oder Atemwegserkrankungen

Die wichtigsten Regeln bei Hitze

Gassi-Zeiten anpassen

Verlege Spaziergänge auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden. Zwischen 11 und 16 Uhr sollte dein Hund im Kühlen bleiben. Kurze Löserunden sind okay, aber keine langen Wanderungen in der Mittagshitze.

Asphalt-Test

Lege deinen Handrücken 7 Sekunden auf den Asphalt. Wenn du ihn nicht dort halten kannst, ist er zu heiß für Hundepfoten. Asphalt kann sich auf über 60 Grad aufheizen und schwere Verbrennungen an den Pfotenballen verursachen. Laufe auf Gras oder Waldboden.

Wasser, Wasser, Wasser

  • Frisches Wasser immer verfügbar halten
  • Auf Spaziergängen eine Faltschüssel und Wasserflasche mitnehmen
  • Hundeeis als Erfrischung (Joghurt mit Leberwurst einfrieren)
  • Ein Planschbecken im Garten aufstellen

Niemals im Auto lassen

Selbst bei 20 Grad Außentemperatur heizt sich ein Auto in der Sonne binnen 30 Minuten auf über 45 Grad auf. Ein leicht geöffnetes Fenster hilft kaum. Hunde sterben jedes Jahr an Hitzschlag im Auto. Es gibt keine Ausnahme — auch nicht für fünf Minuten.

Abkühlung richtig anbieten

  • **Nasses Handtuch**: Auf den Bauch oder über den Rücken legen
  • **Kühlmatte**: Spezielle Kühlmatten für Hunde sorgen für angenehme Kühle
  • **Pfoten benetzen**: Kühlt effektiv, da Hunde über die Pfoten Wärme abgeben
  • **Nicht eiskalt abduschen**: Ein Schock mit eiskaltem Wasser kann den Kreislauf belasten. Lauwarmes Wasser verwenden

Hitzschlag erkennen und handeln

Symptome

  • Starkes, unkontrolliertes Hecheln
  • Dunkelrote oder blaue Zunge und Zahnfleisch
  • Taumeln, Orientierungslosigkeit
  • Erbrechen und Durchfall
  • Bewusstlosigkeit

Erste Hilfe

1. Sofort in den Schatten oder kühlen Raum bringen

2. Langsam mit lauwarmem (nicht eiskaltem) Wasser kühlen

3. Nasse Tücher auf Pfoten, Bauch und Innenschenkel

4. Wasser anbieten, aber nicht zwingen zu trinken

5. Sofort zum Tierarzt fahren — Hitzschlag ist ein Notfall

Fazit

Hitze ist für Hunde lebensgefährlich. Passe Gassi-Zeiten an, sorge für Wasser und Schatten, und lass deinen Hund niemals im Auto. Wenn du die Zeichen eines Hitzschlags kennst und schnell handelst, kannst du Leben retten.

Häufige Fragen

Ab welcher Temperatur ist es für Hunde zu heiß?
Ab etwa 25 Grad solltest du vorsichtig sein, ab 30 Grad wird es für die meisten Hunde kritisch. Kurzschnäuzige Rassen wie Mops oder Bulldogge sind schon bei niedrigeren Temperaturen gefährdet.
Darf ich meinen Hund im Sommer scheren?
Bei den meisten Rassen ist Scheren nicht empfehlenswert. Das Fell isoliert auch gegen Hitze und schützt vor Sonnenbrand. Ausnahmen sind stark verfilzte Hunde. Frag deinen Hundefriseur.
Wie erkenne ich einen Hitzschlag beim Hund?
Symptome sind starkes Hecheln, Taumeln, glasiger Blick, dunkelrote Zunge und Erbrechen. Bei Verdacht sofort in den Schatten, langsam mit lauwarmem Wasser kühlen und zum Tierarzt fahren.

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